Stoßstange mit Tank und Werkzeugfach
Im nächsten Jahr ist es soweit, das Berufsleben ist beendet und das "Reiseleben" kann beginnen. Hierfür habe ich einen Toyota HZJ 79, mit aufgesetzter Kabine, selbst ausgebaut
Viel Wert legte ich dabei auf Sicherheit und Komfort.
Auf solch langen Reisen muss natürlich auch Werkzeug und Ersatzteile mitgenommen werden, außerdem sollte noch zusätzlich Wasser gebunkert werden können. Wegen der besseren Gewichtsverteilung und besseren Zugänglichkeit zum Werkzeug, kam da nur noch der Raum vor der Vorderachse in Frage. Da es auf dem Markt nichts Passendes gab, musste ich selbst etwas konstruieren und es mir anfertigen lassen.
Im vorderen Bereich sollte Raum für ca. 40 Liter Wasser, dahinter Platz für diverses Werkzeug, Ersatzteile, Bergegurte usw. sein. Nicht nur der Wassertank sondern auch der Werkzeugstauraum muss wasserdicht sein, da sonst bei Regen oder Wasserdurchquerung Wasser eindringen würde. Ferner gab es einige Eckpunkte beim Entwurf zu beachten, wie TÜV-Vorschriften, Belüftung des Ölkühlers, Entlüftung des Tanks usw..
Als Material bietet sich seewasserbeständiges Aluminium oder Nirosta an. Alu ist zwar leichter, aber in Verbindung mit Trinkwasser gibt es auf Dauer immer so ein Geschmäckle. Ich entschied mich für Nirosta.
Um mir spätere Überraschungen zu ersparen, ging es mit dem Entwurf erstmal zum TÜV. Es gab sogar keine Einwände.
Viel schwieriger war es, eine Werkstatt zu finden, die bereit war, so eine Sonderanfertigung herzustellen. Teilweise kam man sich wie ein Bettler vor. Dementsprechend waren Preisunterschiede bis über 1500,-- Euro auch nicht verwunderlich. Nach fasst einem Jahr suchen fand ich dann doch noch einen Einmannbetrieb, der mir die Stoßstange zu einem vertretbaren Preis machen wollte. Es stellte sich recht schnell heraus, dass der Mann ein richtiger Allrounder ist und Beziehungen in allen Richtungen hat.
Bei den anderen Firmen hätte ich mich um alle Kaufteile und Fremdarbeiten wie Beizen, Sandstrahlen und Beschichten selbst kümmern müssen. Bei ihm war das alles kein Problem und - die Qualität seiner Arbeit kann sich wirklich sehen lassen. Die TÜV-Abnahme war dann auch kein Problem.


Ein großes Thema war noch die Oberfläche der Stoßstange. Bleibt sie metallisch oder ist es besser, sie zu beschichten bzw. zu lackieren?
Blankes Metall heizt sich ja bei direkter Sonneneinstrahlung so auf, dass man sie sicherlich als Bratpfanne zum Eierbraten benutzen kann. Die meisten zu kaufenden "Wasserstoßstangen" auf dem Markt sind ja Schwarz. Aber Schwarz speichert doch die Wärme besser als Weiß - oder? Es war einfach keine eindeutige Information hierüber zu finden. Ein Versuch musste mir diese Frage beantworten.
Zu diesem Zweck stellte ich 4 gleiche, geschlossene Behälter her, die nur an einer Seite ein Loch, zwecks Druckausgleich und Einführen des Fühlers, hatten. Sie wurden in 4 verschiedenen Farben beschichtet, auf Styropor so gestellt, dass die Sonne ziemlich senkrecht drauf schien. Die Temperatur mitten in den Behälter wurde gemessen. Das Ergebnis hat mich in seiner Höhe dann doch überrascht. Bei 19,4 Grad Lufttemperatur im Schatten, heizt sich die Luft bei Schwarz schon um ca. 15 Grad mehr, als bei weiß auf. Bei 27,5 Grad Schattentemperatur sind es schon um 18 Grad mehr. Sogar bei dem hellen Metallic-grau ist der Temperaturunterschied (gegenüber Weiß) ca. 4 bzw. 8 Grad. Es ist davon auszugehen, dass der Temperaturunterschied bei höherer Schattentemperatur noch größer sein wird.

Unter diesen Umständen geht bei mir Zweck vor Aussehen und die Stoßstange wurde weiß beschichtet.
Sollte jemand Interesse an so einer Stoßstange haben, so kann er sich gern mit mir in Verbindung setzen. Ich bin ihm gern behilflich und kann ich auch den Kontakt zu dem Betrieb herstellen. Eine weitere Stoßstange ist sicherlich preisgünstiger als mein Prototyp.
Eckhard Neumann eckfrieneumann@web.de




