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Text und Fotos: Wolfgang Lindackers

 

Schon wieder einer, der seinen Toyota Land Cruiser einen „Worldcruiser“ nennt.

 

Falsch!! Es gab ihn wirklich, den P&O Worldcruiser.

 

 

Die Firma Pongratz & Otto GmbH baute in den achtziger Jahren den sog. Worldcruiser in drei Varianten.

 

Typ1: HJ/BJ 45 Aufbau mit Klappdach
Typ2: HJ/BJ 45er Pickup mit Absetzkabine
Typ3: HJ/BJ 45er Pickup mit fest montierter Wohnkabine


 

Auf Wunsch konnte auch ein anderes Basisfahrzeug gewählt werden, wie z.B. Britisch Elend 109.

 

Die Ausstattungen waren variabel wählbar und für damalige Verhältnisse umfangreich.

 

 

An dieser Stelle sollte ich wohl kurz sagen, wenn jemand noch Informationen über Pongratz & Otto haben sollte… ich bin ganz Ohr!!

 

Wir überspringen jetzt kurz 21 Jahre und befinden uns im Oktober 2005. Eine Anzeige in der 4WheelFun weckte mein Interesse:

 

Toyota Worldcruiser BJ45 zu verkaufen.

 

Ein paar Tage später fuhren meine Freundin und ich standesgemäß mit dem BJ42 nach Braunschweig. „ Nur gucken, wir müssen ihn ja nicht kaufen.“

Dort angekommen, nahmen wir den Worldcruiser genauestens unter die Lupe: Krümmerdichtung weg, Membran in der Dieselpumpe defekt, eine Glühkerze defekt, Zusatzbatterie platt, Standheizung ohne Funktion, usw.

 

Die Liste der der Mängel wurde von Minute zur Minute länger und das Preis-Leistungs-Verhältnis geriet zunehmend in Schieflage. Zähe Verhandlungen und die Überzeugungskraft meine Freundin, dass der Worldcruiser bei und in guten Händen ist, brachten diesen Missstand wieder in ein ausgewogenes Verhältnis.

 

Gegen Abend rollten ein BJ 42 und ein BJ45 zurück nach Hause an den Niederrhein. Da stand er nun in unserer Halle.

 

 

Baujahr 1984, 150000Km weitgehend original und unverbastelt.

Der bayrische Barock in der Einrichtung war zwar nicht unser Fall, aber die Umgestaltung des Wohnbereichs wollte meine Freundin übernehmen.

 

 

Es gibt viel zu tun, dachte ich.

 

 

Fangen wir einfach vorne an und kämpfen uns bis hinten durch.

 

 

Nachdem Haube, Stehbleche, Maske und Kotflügel entfernt waren, wurde erstmal die Technik begutachtet.

 

 

Zwei Lichtmaschinen 12V und 24V, Dieselvorwärmung,

 

 

Standheizung, Dieselpumpe, Düsen, Servolenkung,

 

 

kurz, alles im und um den Motor wurde überprüft und ggfs instand gesetzt.

 

 

Die Kabel und Relais, welche ziellos in den Motorraum geworfen waren, standen zu aller Freude auch noch unter Spannung.  Bei dem Versuch, herauszufinden, welchen Nutzen diese Dinge hatten, bin ich leider gescheitert. Ich habe sie dann unter der Kategorie „ Brandbeschleuniger“ gebucht und alles entfernt.

 

 

Der nächtliche Probelauf des Motors musste ohne Auspuff stattfinden, da ich diesen noch nicht fertig hatte. In alles Drehzahlen ein sauberer und perfekter Lauf und so ruhig… ich war begeistert. Meine Nachbarn sahen das allerdings völlig anders.

 

Nun ging es an die Blechteile.

 

 

Trotz des hohen Alters waren sie in einem brauchbaren Zustand.

 

 

Hier wurde etwas Karies entfernt und da ein  paar Bleche wieder eingesetzt.
Nach einigen Putz und Flickstunden waren die Blechteile wieder hergerichtet.

 

 

Viele sagen jetzt, dass das doch keine Restauration ist. Richtig! Es ist eine Instandsetzung, die Restauration muss sich der Worldcruiser erst noch verdienen.

 

Beim Zusammenbau des Vorderwagens wurden nur Edelstahlschrauben verwendet, die ich mit Kupferpaste eingesetzt habe.

 

 

Das garantiert das einfache Lösen der Schrauben auch nach Jahren (Ich hab’s ausprobiert.)

 

 

Kurz alle Blechteile ausrichten und schon ist er fertig. Alter Worldcruiser mit neuem Gesicht.

 

 

Ende des ersten Streichs...

 

 
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