Folge 5: Das Gehäuse wird komplettiert
Text und Fotos: Reinhold Ruppel
Fangen wir heute ohne Worte zur Einstimmung mit ein paar Bildern an:
An den beiden oberen Ecken habe ich zur Verstärkung und Stabilisierung des Chassis jeweils ein 6 mm Alurundprofil mit Gewinde versehen und mit M3 Schrauben befestigt.
Auf den beiden Bildern oben erkennt man ganz gut, wie es platzmäßig im "selbst gestrickten" Gehäuse zugeht. Allein beim Falten und Knicken der (übrigens normalen) IDE Flachkabel, wie sie in jedem Heim PC zu finden sind, fühlte ich mich wie in Japan beim Origami, der fernöstlichen Papierfaltkunst. Na ja, der PC soll ja schließlich in einem Toyota durch die Gegend gefahren werden, also passt das schon ganz gut.
Die beiden Papst Lüfter sind für 12 Volt ausgelegt. Bei dieser Spannung heulen sie wie ein Staubsauger. Deshalb habe ich einen Spannungsregler 7809 eingebaut über den die Versorgungsspannung von 12 V auf 9 V und damit auch die Geräuschkulisse deutlich reduziert wird. Mit einem 7808 werde ich es auch noch versuchen. 8 Volt sollten eigentlich für den Betrieb der Lüfter auch ausreichen. Die notwendige Kühlung bietet sich an: Aufschrauben auf das Alublech.
In diesem Bild erkennt man noch mal recht gut die Silikondämpfer, die Kabel für die Frontblende (für die Taster und Leods) und die Abstandshalter zur "zweiten Etage". Den rechten Abstandshalter beim Netzteil musste ich abdrehen, weil der 20pol. ATX Stecker eine Verriegelung hat. Die war einfach im Weg. Die hätte ich natürlich auch wegnehmen können, wollte ich aber nicht!
Also: Abstandshalter abgedreht.
Auf meiner Drehmaschine…..
Oben im Bild die Anschlüsse auf der Netzteilplatine:
Rot= Dauerplus
Gelb= Zündungsplus (bei mir ACC)
Schwarz= Masse
Ganz rechts unten im Bild erkennt man die bereits erwähnten Jumper für die Programmierung des Netzteiles.
Dann kommt irgendwann der spannende Moment: Die Installation des Betriebssystems: Windows XP Professionell.
Und siehe da: ES KLAPPT!!! - Ohne Probleme, ohne Zwischenfälle, einfach super!
Betrieb bei der Installation des Betriebssystems probeweise über ein Netzgerät. Spannung und Stromaufnahme (incl. TFT Bildschirm) sind auf dem Foto oben gut zu erkennen.
Ansonsten betreibe ich den Mini PC an meinem Bastelplatz mit einem 12 Volt Akku. Meine Erleichterung über diesen erfolgreichen Abschnitt könnt Ihr Euch vielleicht vorstellen. Viele Stunden Nachdenk-, Konstruktions- und Bastelarbeit sind nicht für die Katz gewesen.
Es kann also locker weiter gehen mit der eigentlichen Gehäusekonstruktion. Der Plan für das Gehäuse geistert mir schon im Kopf herum, er muss also "nur" noch in die Praxis umgesetzt werden. Das Material ist vorhanden und nun geht es los.
Zuerst mal das Bodenblech und die beiden Seitenteile aus 2 mm Alublech auf der Bandsäge zurecht geschnitten und die Kanten am Bandschleifer "verfeinert". Aluwinkel aus dem Baumarkt im Maß 10 x 10 x 1 mm zugeschnitten und dann wieder jede Menge 4 mm Löcher gebohrt. Auf jeder Gehäuseseite 176 Stück, also insgesamt 356 Stück. Das ergibt eine Gesamtfläche für den Luftaustritt von knapp 45 cm²! Das sollte eigentlich ausreichend sein.
Wir erinnern uns: Der Lufteintritt für die beiden 60er Lüfter auf der Rückseite beträgt etwa 25 cm². Dann schon mal die Seitenteile mit der Grundplatte über die Aluwinkel verklebt, dabei schön drauf achten, dass nichts verrutscht und alles im Winkel bleibt.
Nach Aushärtung im Backofen ist eine Korrektur der Klebestelle unmöglich. Eher zerstört man bei dem vergeblichen Versuch das Material.
..und zur Kontrolle schon mal das Chassis wie eine Schublade eingeschoben (alle PC Teile natürlich wieder ausgebaut.)
…und siehe da, es passt "saugend-gleitend".
Hier mal in der Rückansicht.
…und jetzt auch schon mit aufgeklebtem Deckel
…und noch mal eine Probe, ob es noch passt…
..und? - Es passt!
Jetzt geht es gleich weiter mit dem hinteren Gehäuserahmen.
Material:
Aluwinkel 15 x15 x 1 mm aus dem Baumarkt, 2 mm Alublech zur Verstärkung von innen, mit UHU Plus, verklebt und alles im Backofen ausgehärtet. Durch die Aluwinkel wird nun aber leider ein Teil meiner mühsam gebohrten Löcher verdeckt.
Deshalb geht es wieder mal an die Fräsmaschine. Erstmal die groben Ausschnitte herausgefräst…
…und ruckzuck ist der Rahmen fertig ausgefräst und die Lüftungslöcher wieder freigelegt.
Zu meiner weiteren Konstruktion des Gehäuses gehört, dass alle Außenkanten von außen mit 15 mm Aluprofil verstärkt werden. Ob das nun unbedingt notwendig ist, weiß ich nicht, ich hab es aber trotzdem so gemacht.
Alles auf Gehrung geschnitten und anschließend verklebt. Man erkennt auch schon die 4 Bohrungen, durch die später M3 Gewindeschrauben die "Schublade" mit dem PC im Gehäuse halten, damit er nicht nach vorne raus rutscht.
Ansicht von vorne.
Hier habe ich natürlich einen Schenkel des Winkelprofiles abgetrennt, um das komplette PC Chassis von vorne in das Gehäuse einschieben zu können.
Und nun zwischendurch noch ein paar Fotos zum Schmunzeln:

So sieht es aus, wenn das Kameraobjektiv von außen ins leere Gehäuse "spioniert".
...und so sieht mein "Chaos"-Basteltisch aus...
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