Folge 14
Text und Fotos: Ulli & Carsten Ashauer
Gott sei Dank sind heute die lange ersehnten Teile für die Lenkung
gekommen.
Wir hatten natürlich schon Einiges vorbereitet und brauchten also nur den
Simmerring auswechseln.
Nachdem wir doch immerhin von zwei Interessierten gebeten wurden, die
Demontage, Wartung und Montage der Lenkung etwas ausführlicher zu
beschreiben, kommen wir diesen Bitten jetzt nach.
Diese Beschreibung erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Sie dokumentiert lediglich, wie wir es gemacht haben.
Auf geht´s !
Zunächst haben wir nach dem Ausbau des Lenkgetriebes den Lenkarm
abgezogen.
Da dieser sich auch mit einem richtig dicken Abzieher nicht lösen ließ,
wurde kurzerhand der Brenner bemüht. Man entfernt den Lenkarm ja im
Allgemeinen ja auch nur, um den Simmerring zu wechseln; da ist es egal,
ob man nur einen verrotteten oder einen verbrannten verrotteten
auswechselt.

Hier das Resultat. Zugegebenermaßen hatte Carsten das Gehäuse bearbeitet.

Die Rückseite des Gehäuses. Beim Öffnen möglichst die Einschraubtiefe der
gekonterten Verstellschraube messen.

Die Welle Richtung Lenkrad wird gelöst und herausgezogen.

danach die Welle Richtung Lenkarm.
Aufpassen !
Sie lässt sich nur in dieser Position herausziehen.

Hier die Ursache des Ölverlustes. Der Simmerring war nur noch in
Fragmenten vorhanden.

Das komplette Lenkgetriebe mit Lenkarm.
Es ist erstaunlich, dass das Lenkgetriebe trotz „ Null Öl „ in einem
super Zustand war. Selbst die Kugellager in Vertikalrichtung brauchen
nicht gewechselt zu werden

Als nächstes haben wir uns den Lenkarm vorgenommen.

Zunächst den Sicherungssplint entfernen. Der ist normalerweise gut
geschmiert ist von dem ausgetretenen Öl aus dem Lenkgetriebe.

Die dahinterliegende Schraube lösen..

Feder und Druckplatte rausholen..

Den Kugelarm durch hochziehen herausnehmen..

..dann die beiden Lagerschalen der Kugel herausholen.

Hier der komplett zerlegte Lenkarm.

Nach Säuberung und Anstrich geht nun alles rückwärts.
Die untere Lagerschale genau in dieser Position einbauen ( natürlich muß
alles vorher gut eingefettet sein.

Lenkarm einstecken.
Die obere Lagerschale wird spiegelverkehrt verbaut.
Danach Feder und Druckplatte „einführen“.

Lenkarm zuschrauben und mit Splint sichern. Der Splint muß durch den
Schlitz der Schraube geführt sein.
Kurzes Statement:
Der Lenkarm ist eigentlich prähistorischen Ursprungs. Kein Simmerring,
Keine Staubkappe, lediglich ein mehr oder weniger hartes Gummi. Ich werde
hier öfter als sonst mit der Fettpresse anrücken.

Der Simmerring vom Lenkgehäuse wird entfernt..

..der neue eingesetzt. Natürlich vorher eingefettet.

und nachher.

in dieser Position wird das untere Lager wieder eingesetzt.

Querwelle vorsichtig über den Simmerring schieben !

Mit der Arretierschraube gegebenenfalls die Welle zentrieren.

Längswelle einführen.

Jetzt eine wichtige Sache:
Sowohl auf der Querwelle als auf dem Lenkarm sind Schlitze
eingearbeitet, die man je nach Materialzustand erst auf den zweiten Blick
findet. Wir haben sie hier mal mit Farbe nachgezeichnet.
Diese müssen beim Zusammenbau genau fluchten. Den Lenkarm setzen wir mit Kupferpaste ein.

Fertig

Nach so vielen Fotos gönnen wir Euch erst einmal Ruhe.
Wenns interessiert, können wir noch die Renovierung des unteren Lenkbocks, des Lenkgestänges und die Bemaßung einstellen.
Grüße aus Warburg,
die Hardcore-Restaurateure





