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LJ70: Umbau auf Betrieb mit Pflanzenöl

Text und Fotos: Sebastian Bayer

 

Daß das Betreiben eines Dieselmotors mit PÖL nicht ganz Ohne ist, bzw. sein kann, sollte Jedem klar sein, der sich mit den Gedanken trägt Pflanzenöl in seinem Fahrzeug zu fahren. Daher werde ich an dieser Stelle den reinen Umbau vorstellen und nicht auf weitere Risiken eingehen.

 

Das wurde an Teilen benötigt:

 

1x Wärmetauscher (WT-A8)
1x WT-Halter für WT-A8, gerade Ausführung , incl. Schrauben
5m Kühlwasserschlauch, IDxAD 12x18 mm, nach DIN 73411/55
2m Kraftstoffschlauch , IDxAD 7,9x14,1 mm, extrem beständiger Niederdruckschlauch
10x Schlauchschelle Kühlwasserschlauch 12 mm ( 1/2" ) innen Spannbereich 16 - 27 mm
6x Schlauchschelle Kraftstoffschlauch 8 mm innen Spannbereich 10 - 16 mm
1x Schlauchverbinder für 8 mm Innendurchmesser Kraftstoff
2x T-Stück Metall für 18/12/18 mm Innendurchmesser Kühlwasser
1x Kugelhahn Kühlwasser (zum Abschalten der Heizung bei Dieselbetrieb)
2x Anschlüsse für Kugelhahn 12 mm ( 1/2" ) Schlauchtülle
Teflonband
Schlauchisolierung
Isolierband
Kabelstrapse

 

Da bei mir die falschen T-Stücke im Paket waren (und ich's nicht gemerkt habe), kamen dazu noch 2 Reduzierstücke 18mm auf 12mm, in der Teileliste ist es aber schon geändert.

Zusätzlich habe ich noch einen Zusatztank (Standheizung muss Diesel oder Heizöl haben) mit entsprechenden Schläuchen benötigt.

 

Die o.g. Verbinder sind alle aus Metall. Es werden ebensolche aus Kunststoff angeboten, wovon mir im Vorfeld von verschiedenen Personen abgeraten wurde. Es treten dabei immer wieder Dichtigkeitsprobleme auf. Daher lieber die 3€ mehr investieren als nachher eine Pappe unters Auto zu legen weil's sonst hässliche Fettflecken gibt.

 

Vorbereitend möchte ich anmerken daß sauber gearbeitet werden muss.
Die Verbinder werden mit Teflonband umwickelt, um 100% Dichtigkeit zu gewährleisten. Nichts desto trotz gibt's schmutzige Finger und Flecken auf dem Boden (Kühlwasser / Diesel).

Mein Wagen soll im 1-Tank-Verfahren bepölt werden. Das heißt daß der Haupttank mit einem PÖL-Diesel-Gemisch (Piesel) befüllt wird. Das heißt aber, daß auch immer mit dem Gemisch gestartet werden muß.

PÖL wird mit sinkender Temperatur dickflüssiger, muß also ab einer gewissen Außentemperatur vorgewärmt werden. Da kommt dann wieder die Standheizung (SH) ins Spiel. Sie wärmt den kleinen Motorkreislauf und den Innenraum vor.

 

Hinter der Standheizung (SH) wird ein T-Stück eingefügt und mittels Schlauch an den Wärmetauscher (WT) angeschlossen (einfach durchschneiden und ein T-Stück einfügen. Schläuche, nachdem sie an einer Seite angeschlossen sind mit Kühlwasser auffüllen zur leichteren Entlüftung). An diesen Schlauch wird auch der Kugelhahn eingebunden.

 

Schleife hinter der SH mit Absperrhahn für Dieselbetrieb:

 

 

Vorgewärmter Diesel zieht einen Leistungsverlust von etwa 5% nach sich (was bei meinem Wagen nicht weiter ins Gewicht fallen würde). Bei reinem Dieselbetrieb kann also mit dem Kugelhahn die Vorwärmung unterbunden werden.

Der WT sollte irgendwo in der Nähe des Dieselfilters angebracht werden um die Wege des erwärmten Gemischs möglichst kurz zu halten (Bei mir neben der Batterie am Innenkotflügel).

 

Wärmetauscher A8:

 

 

Die Wasserleitung wird dann wieder kurz vor dem Eingang in den Motor in den "normalen" Kühlkreislauf mittels des 2. T-Stücks eingeschleift.

Der Kraftstoffschlauch vom Dieselfilter wird abgezogen und am WT angeschlossen. Dabei sollte man darauf achten, den Abgang zum Dieselfilter gegenüber vom Eingang des warmen Kühlwassers anzuschließen.
Nur so kann eine optimale Erwärmung gewährleistet werden. Die Dieselzuleitung wird direkt von der Original-Leitung an den WT angeschlossen.

Die SH wird komplett vom Haupttank abgeklemmt und mit dem Zusatztank verbunden. Dieser kann nun auch legal mit Heizöl befüllt werden da es sich um eine reine Heizung handelt. Was ein Glück das wir 'ne Gasheizung haben...

 

Zusatztank für die SH im Innenausbau hinter den Sitzen:

 

 

Im Grunde war es das auch schon: die Leitungen alle gescheit mit Kabelbindern fixieren und auspassen daß sie nirgendwo scheuern können.

 

Alle benötigten Teile habe ich entweder bei Monopöl http://www.monopoel.de oder im lokalen Baumarkt bekommen.

 

Aber an eines sollte man immer denken (Zitat von Uwe "landcruiser" S.): Man muß schon nachts bei strömenden Regen, Windstärke 12 und 4°C den verstopften Dieselfilter wechseln können/wollen/müssen.


Special Thx to: Uwe "landcruiser" S. & Rico U., die mir bei der Aktion, seelisch, moralisch und tatkräftig zur Seite gestanden haben.

 
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