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Exkurs: Feinst- und Nebenstromfilter

Die Schmierung im Verbrennungsmotor hat eine ganze Menge Aufgaben: Sie sorgt für einen tragfähigen Schmierfilm, verringert die Reibung an gleitenden Teilen, führt Wärme in den Ölsumpf ab, hält Verunreinigungen in der Schwebe und verhindert so ihre Absetzung an ungünstigen Stellen, dichtet ab, schützt blanke Metallteile vor Korrosion durch eindringendes oder kondensierendes Wasser und wirkt zusätzlich auch geräuschdämpfend.

Das in Motoren für diese Schmierung verwendete Öl muß gefiltert werden, um den durch Reibung entstehenden metallischen Abrieb, den trotz Filterung mit der Ansaugluft in den Motor gelangenden Straßenstaub und die Verbrennungsrückstände zu entfernen.

In Verbrennungsmotoren werden heutzutage fast ausschließlich Hauptstromfilter verbaut, zusätzlich werden Schmieröl und Filter in regelmäßigen Abständen ausgewechselt.

 

Feinst- oder Nebenstromfilter filtern - wie der Name schon sagt - einen vom Hauptölstrom abgezweigten Nebenstrom, d.h.: Es wird bei jedem Ölumlauf nur ein Teil des Öls gefiltert. Statistisch gesehen ergibt sich dann nach x Umläufen eine Feinstfilterung der gesamten Ölmenge. Durch eben diese Feinstfilterung sollen nicht nur Kleinstteile und Wasseranteile aus dem Schmieröl gefiltert, sondern auch die chemischen Eigenschaften verbessert werden (siehe die aufgeführten Internetpräsenzen von Trabold und NTZ).

 

Das wiederum hat laut den Herstellern den entscheidenden Vorteil, daß sich die Ölwechselintervalle um ein Vielfaches verlängern oder gar ganz entfallen können. Das wiederum spart enorm Kosten und entlastet die Umwelt. Gleichwohl hält die Autoindustrie von derlei Lösungen weitestgehend Abstand (man spricht davon, daß Schmierstoffe ca. 40% der Service-Einnahmen von Werkstätten ausmachen). Ein weiteres Argument der Industrie: Auch eine Feinstfilterung könne nicht die chemische Alterung des Schmierstoffes verhindern.

Weitere Links:

- Infos über Feinstfilter bei Pflanzenoel-Auto.de

- Unternehmens-Website: Trabold-Filter

- Unternehmens-Website: NTZ-Filter

- Infos bei hdgln-hessen.de (für den Landwirtschaftlichen Einsatz, aber übertragbar)

- Link zu Spiegel Online mit einigen kritischen Anmerkungen - inkl. der Information, daß 40% der Service-Einnahmen von Werkstätten aus dem Verkauf von Schmierstoffen generiert werden

Der Umbau

Marc Schultz hat in seinem 2001er HZJ78 einen Nebenstromfilter von Trabold verbaut - hier sein Bericht über den Einbau:

 

Text und Fotos: Marc Schultz

 

1. Suche und Identifikation des Öldruckschalters. Dazu den Stecker am Schalter vorsichtig lösen und dann den Motor starten. Wenn dann das Ölwarnlämpchen nicht erlischt, wars der richtige. Der Stecker für die Temperaturanzeige ist auch in der Nähe. Zur Lokalisation Siehe Bilder 1-3 (Gefummel!) Die Pfeile zeigen jeweils auf den Öldruckschalter.

 

 

 

 

2. Nun empfiehlt es sich das Öl abzulassen und den Hauptstromfilter auszubauen.

 

3. Öldruckschalter abschrauben (höchste Vorsicht bei dem Teil, es ist aus Alu!)

 

4. Die von Trabold mitgelieferten Anschlussstücke waren ein gerades T-Stück (Abb. 4) und ein abgewinkeltes (Abb. 5). Das abgewinkelte habe ich verwendet. Falls sie nicht mitgeliefert wurden... es handelt sich um Standarthydraulikteile, die man überall bekommt. Das gerade ist einfach zu umständlich zum Anschließen.

 

 

 

5. Gewinde des T-Stückes mit Teflonband umwickeln und gefühlvoll reinschrauben. (dies ist der leichte Teil) Danach (ebenfalls Teflonband verwenden) das Zwischenstück und den Öldruckschalter dranschrauben. (Gefummel)

 

6. Zur Lokalisation des Filters selbst habe ich zwei Varianten ausprobiert. Links war zuwenig Platz (Abb. 6) Rechts hats gepasst. (Abb. 7 und 8) Es kann aber sein, dass an dieser Stelle bei älteren Baujahren die Zusatzbatterie ist. Den von Trabold mitgelieferte Montagekit konnte ich verwenden, ohne an der Karosserie etwas zu bohren. Es hat genug unbenutzte Bohrungen mit M6 Gewinde.

 

 

 

 

7. Hydraulikleitung vom Filter zum Anschluss verlegen und mit Kabelbindern fixieren. Das Aufstecken der Leitung und das Zudrehen der Schelle ist auch Gefummel. (Abb. 9)

 

 

8. Der Einfachheit halber, habe ich den Rücklauf in die Verschlussschraube der Öleinfüllöffnung geführt, da ich Den Ventildeckel nicht abnehmen wollte. (Abb. 10)

 

 

9. Neuen Hauptsromfilter einbauen und Öl einfüllen.

 

Wie man sieht, es ist zwar nicht schwer, aber wenn man´s zum ersten mal macht, muss man doch immer wieder überlegen und vor allem fummeln. Es dauert also seine Zeit.

 

 
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