Hiluxsuperduty...!
Text und Fotos: Marc Schäfer
Mein Hiluxsuperduty!

Mein Ziel war und ist es immer noch, einen vernünftig motorisierten, halbwegs alltagstauglichen und trotzdem nahezu perfekten und unzerstörbaren Geländegänger aufzubauen.
Der Hilux eignet sich dafür meiner Meinung nach sehr gut, da er zwar werksseitig völlig untermotorisiert ist, sein Antriebsstrang aber trotzdem für größere Leistungen ausgelegt ist. Was mich am Hilux fasziniert ist die Bodenfreiheit in Relation zur Gesamthöhe. Bis ein J7 so eine Bauchfreiheit hat wie mein Hilux, ist er bestimmt 2,50 m hoch und kippelt wie ein Suzi durch Schräglagen.
Die Basis meines Hilux ist ein RN38 von 1983, der bis auf das rechte Bodenblech wegen Rost-beseitigungs-Arbeiten noch nicht geschweißt wurde. Werkseitig wurde ein 22R-Motor, Servo und Klima montiert. Für ein Ami-Modell nix besonderes. Das geilste an diesem Modell ist allerdings der Radstand von ca. 2,65 m. Das ist 4runner-mäßig!
Die Modifikationen
Motor:
Hierfür musste ein 4Runner TD sterben. Eigentlich ist er ja beim Unfall schon gestorben, brachte mir aber alle Teile, die ich brauchte. Den 3 Liter Turbodiesel da reinzufummeln, war allerdings nicht ganz so einfach wie viele das immer behaupten. Bis auf die Einbaumaße passt da nix!! In meinem Fall zum Glück noch die Kardanwellen vom 4Runner.



Die Achsen:
Fangen wir vorne an: Wer einen Starrachs-Hilux schon mal höher gelegt hat, hat beim Anblick des Knickwinkels der vorderen Kardanwelle bestimmt den selben Kotzreiz bekommen wie ich. Die Lösung ist aber gar nicht fern. Ein Diff vom J7, J8 oder in meinem Fall von einem HZJ passt ohne weitere Fummeleien rein und behebt das Problem für immer.
Dieses Teil ist auch wesentlich robuster als das originale Diff. Ich habe zusätzlich noch einen Air-Locker, 4,88er Übersetzung, Chromo-Wellen und Pro-Fields von All-Pro sowie die Bremsanlage vom HZJ eingebaut.


Hinten: Dies ist eine Eigenkonstruktion aus fogenden Elementen: Ein Diff nebst Korb vom HZJ, Teile der Achsrohre vom 4Runner, Eigenbau-Adapter zwischen Korb und Achsrohren sowie HD-Chromowellen von All-Pro. Air-Locker und 4,88er Übersetzung inklusive.


Fahrwerk: Vorne sind TJM Medium-Federn nebst diversen Zusatzlagen verbaut. Das muss ich aber nochmal umstricken. Der schwere Motor, die Ramme und die Winde ziehen die Federn noch viel zu weit in Richtung „Asphalt".
Hinten sind die 4"-Federn von All-Pro verbaut. Die Teile sind 9" länger als die Originalen und helfen beim Verschränken als hätte man 10 Heizkörper auf der Pritsche. Sie bestehen aus ca. 8 Lagen, sind aber trotzdem weicher als 4-lagige TJM Federn . Wie das geht, weiß ich echt nicht.
Räder und Reifen:
Momentan sind 35/14,5-15 Bogger auf 10x15 Alcoa-Imitaten montiert. Die taugen aber wirklich nur was für’s Gelände. Bis zum BT-Treffen 2004 sollen dann aber 37er Goodyear oder Maxxis drauf sein.


Anbauten und der restliche Kram:
Zuerst mal wurde die Pritsche um ca. 20 cm gekürzt, das sorgt für einen astreinen Böschungswinkel und für einen süssen Knubbelarsch wenn das Hardtop montiert ist. Da die Pritsche eh nur 185 cm lang war und ich 195 cm lang bin, war die Sache mit dem billigen Schlafplatz für unterwegs sowieso schnell geklärt.


Damit mein Hund noch mit kann, wenn der Platz neben mir belegt ist, hab ich mir noch ein Hardtop besorgt, auf die passende Länge gekürzt und schon mal in der zukünftigen Farbe lackieren lassen.


Damit die großen Räder ihren Platz finden und schön in das Radhaus eintauchen können, musste ich die Radhäuser vorne im Bereich der Spritzwand bis zum Karosserieträger vergrößern und zwecks „NichtdauerndvonderPolizeianhalterei" noch etwas überdimensionale Bushwhacker-Verbreiterungen montieren. Diese mussten vorne mitsamt Kotflügel auch noch im hinteren Bereich größer gesägt werden.



Weil das immer noch nicht gereicht hat, habe ich noch einen 50 mm Bodylift eingebaut. Diesen hab ich mir aus schwarzem Kunststoff drehen lassen.

Zuerst hab ich mir eine Alu-Stoßstange und eine alte Ramsey 8000 besorgt und drangebastelt. Sah auch schon ganz nett aus. Nach einigen Geländetouren hab ich dann leider festgestellt, dass Alu nicht ganz so stabil ist wie Stahl. Beim Winchen hat sich das Teil immer richtig verdreht. Außerdem hatte ich Schiss davor, irgendwann mal ohne Stoßstange und Winde rückwärts einen Hang runter zu fallen. Die alte Ramsey 8000 erwies sich als ziemlich lahm, wie sie nun mal sind, und als nicht besonders kräftig. Gelöst hab ich das Problem mit einer massiven und zusätzlich verstärkten TJM T15-Stange vom Hilux Bj.97 + und einer brandneuen Warn 9.5XP Winde. Sieht nicht nur brutal aus, ist auch noch sau-stabil.


Im Innenraum hab ich mich eher „rustikal" verwirklicht. Das Armaturenbrett ist ziemlich original geblieben, das hat irgendwie so’n leichten „Celica-Touch". Da wo normalerweise noch nicht mal ein Radio rein passt, hab ich für genug Platz gesorgt, um ein MP3-CD-Radio und ein 80 Kanal-Funkgerät zu verbauen. Die mittleren Lüftungsschächte hab ich raus gemacht und ein gefrästes Alu-Panel für Sperren- und Windenschalter eingebaut.
Eine Mittelkonsole mit Kühlfach vom Wrangler und Sabelt Vollschalen mit Schroth-Gurten gehörten zum Standard-Programm. Für normale Sitze bin ich zu groß! Vollendet hab ich alles mit Eigenbau-Türverkleidungen nebst Polk- Lautsprechern und Endstufe sowie einem Komplett-Leder Bezug aller wichtigen Sachen mit englischem Sofa-Leder.





Zum Finish gehören ein Zwei-Kolben Bosch-Kompressor nebst ARB und Viar- Druckluftanlage, Überrollbügel und zwei gelbe Optimas auf der Pritsche.
Weiterhin plane ich eine Kardan-Scheibenbremse als Handbremse, eine Scheibenbrems-Anlage für die HA, einen Überrollkäfig à la Tube-Buggy und eine Komplettlackierung in Sandgelb.
Ansonsten fällt mir eigentlich nichts mehr ein. Ich hab bestimmt noch was vergessen, scheint aber nicht so wichtig zu sein, sonst würde es mir ja einfallen.
Falls Ihr ähnliche Umbauten planen solltet, meldet Euch einfach bei mir, ich hab immer Spass daran zu helfen!




