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Fahrgestellumbau bei einem Eriba Touring

Ein Bericht von Harald Kottnik

 

Seit 10 Jahren nennen wir einen Eriba Touring, Modell "Troll LM", unser eigen. In diesen 10 Jahren haben wir uns immer wieder über die mangelnde Bodenfreiheit des Caravans geärgert, wozu ursächlich der lange Hecküberhang beiträgt.

 

 

 

Da wir unsere Urlaubstouren meistens nach Skandinavien, aber auch nach Irland und Schottland richten, gibt es immer wieder Situationen, in denen einige Zentimeter „Luft" fehlen : der schöne Stellplatz am Fluß oder See, der aber nur über einen ziemlich üblen Feldweg zu erreichen ist; die Auf- oder Abfahrt bei kleinen Fähren mit entsprechend steilen Rampen etc.

 

Verschiedene Ideen wurden in den letzten Jahren durchdacht und wieder verworfen :

 

- „Offroad – Anhänger" neu kaufen (fertig)

- „Offroad – Anhänger" neu kaufen (leer und Innenausbau selber realisieren)

- Anhänger selber konzipieren, Außenhaut bauen lassen und Ausbau selbst realisieren

oder zu guter Letzt :

- den vorhandenen Eriba Touring umzurüsten.

 

Nachdem die ersten Ideen nach und nach alle verworfen wurden (entweder wegen Kosten, notwendigem Zeitaufwand oder beidem), haben wir uns im letzten Jahr intensiv mit der Fahrgestellumrüstung des Touring befasst (nochmals intensiviert nach dem Buschtaxi – Treffen im September 2003, wo wir unterschiedliche Lösungen „live" besichtigen konnten).

 

Im November 2003 nahm ich Kontakt zu einem örtlichen Fahrzeugbauer auf (Fa. WEFA in Paderborn) und definierte zusammen mit dem Juniorchef unsere Anforderungen:

 

- 1300 Kg – Achse

- Erhöhung der Bodenfreiheit um ca. 8 – 10 cm

- Geländebereifung auf 16" - Felge

 

Nach Abklärung einiger offener Fragen kamen dann folgende Komponenten zum Einsatz :

 

- 1350 Kg – Achse von Fa. Nieper

- Zugdeichsel von BPW

- 6J 16 – Felgen von Fa. MEFRO (ET30)

- 225/75 R 16 Pirelli Scorpion S/T

 

 

 

 

Der Umbau erfolgte im Januar 2004 und stellte sich als problemlos heraus. Die Möbel hatte ich bereits im Vorfeld ausgebaut, so dass sich der Aufwand bei Fa. WEFA in Grenzen hielt.

 

 

 

Als erstes wurde die alte Achse incl. Zugrohr demontiert (8 Schrauben !), danach verschwanden die Kunststoff – Innenkotflügel und die Radläufe. Ein erstes Anpassen der neuen Achse ergab, dass die Schraubenlöcher ca. 3 cm weiter außen lagen, was durch unterschweißen eines Flachstahls in den Abmessungen 300 x 100 x 10 mm gelöst wurde.

 

 

 

 

Der Bodenausschnitt wurde nach innen um 30 mm und nach vorne und hinten um jeweils ca. 50 mm vergrößert, damit der große Reifen nicht scheuert. Als Vorteilhaft stellte sich heraus, das mit diesen Erweiterungen nicht in die Rahmenstruktur des Aufbaus eingegriffen werden musste, der Boden- und Seitenausschnitt endet jeweils exakt an den (original) eingeschweißten Vierkantrohren.

 

Der neue Radkasten wurde aus 2 mm verzinktem Stahlblech gekantet und verschweißt und nach dem Lackieren von unten verschraubt.

 

 

 

Genügend Dichtungsmasse sowie entsprechender Rostschutz auf allen Stahlteilen folgte. Nachdem das Zugrohr auf passende Länge gekürzt worden war (15 cm länger als vorher; damit kann man den Gaskastendeckel auch bei angezogener Handbremse öffnen), musste alles nur noch zusammengeschraubt werden.

 

 

 

 

Als Letztes erfolgte die TÜV – Abnahme, die aber nur Formsache war.

 

Wenn ich die Möbel wieder montiert habe, werden wir über Ostern mal einen längeren Praxistest durchführen und sehen, ob sich das Fahrverhalten signifikant geändert hat. Die Höherlegung beträgt immerhin 9 cm und die Reifen walken durch ihre Größe entsprechend mehr.

 

Die Gesamtkosten lagen bei etwa 1800,-- Euro (incl. Ersatzrad).

 

Und jetzt viel Spaß beim Nachbau ........

 

 

 

Wer mehr über den Umbau wissen möchte, kann sich jederzeit direkt an Harald wenden, er wird gerne Rede und Antwort stehen.

 
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